Entwicklung - Apostolische Gemeinde des Saarlandes

Apostolische Gemeinde des Saarlandes e.V.
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Entwicklung

Die Kirche
Ortwin Schmidt strebte im Hinblick auf die allgemeine Entwicklung in den christlichen Kirchen eine Neuformulierung des Glaubens und eine Kontaktaufnahme zu anderen apostolischen Kirchen und Gemeinschaften an. Unter anderen mit der Apostolischen Gemeinschaft Düsseldorf, der Vereinigung Apostolischer Christen Zürich, der Altapostolischen Gemeinschaft Wien.  Die Konferenz fand am 8.12.1980 statt. Die Vereinigung Apostolischer Christen ließ den Versammlungstermin für den 1. 5.1981 in Düsseldorf nicht mehr stattfinden und erklärte das Ruhen weiterer Gespräche.
 
Ohne an der Kontaktaufnahme mit der VAG vorbei, plädierte Ortwin Schmidt jedoch dafür, dass es vernünftiger sei mit der „Mutterkirche“, der NAK, vorrangig Kontakte aufzunehmen. Das führte erneut zu einem Weggang von Mitgliedern in 1989/90. Meist zu der VAG.
 
Es kam schließlich zu einer Öffnung der NAK unter dem damals amtierenden Hauptleiter und heute verstorbenen Stammapostel Richard Fehr, dahingehend, dass dieser auf unsere Initiative hin, in 2000/2001 ein Konzil mit apostolischen Gruppen und Gemeinschaften – soweit ihr Interesse reichte – nach Zürich in die Hauptverwaltung der NAK einberief.
 
Im Einladungsschreiben brachte er zum Ausdruck: „Ein gemeinsamer Blick zurück mag uns ausrüsten für den gemeinsamen Blick nach vorn, vielleicht sogar in eine Zeit, in der wieder Brüderlichkeit unter allen apostolischen Gemeinschaften herrschen kann!“
 
Das auf dem Konzil, am 2. September 2000, gefasste gemeinsame Kommuniqué schrieb die zukünftige Konzilsarbeit wie folgt fest:
 
Die verbindlichen Gemeinsamkeiten erarbeiten
 
Verschiedenheiten zu respektieren
 
und Klärung der Frage, ob und inwieweit ein gemeinsames Miteinander in Zukunft möglich ist.
 
 
Die Umsetzung geschah – wie bereits seit 1995 begonnen – in bilateralen Gesprächen unter der Leitung des damals amtierenden BezApostel Hagen Wend und seitens der AGdS unter dem Vorsitzenden und Apostel Ortwin Schmidt bis zu dessen Ruhestand und seit 8.12.2001 unter dem Vorsitzenden und Apostel Friedhelm Gräßer.
  
Die weitere Initiative  lagen nach der Ruhestandsetzung von BezAp Hagen Wend und StA Wilhelm Leber in den Händen des BezAp Bernd Koberstein und StA Jean-Luc  Schneider.
  
Leider hat aus uns unerklärlichen Gründen die Umsetzung des gemeinsamen Kommuniqués vom 2. September 2000 keinen Fortgang unter all den Unterzeichnern mehr erfahren.
 
Dennoch hat der amtierende Vorsitzende und Apostel Friedhelm Gräßer bei der NAK einen erneuten Vorstoß gemacht.  Ein ausführliches Vier-Augen-Gespräch fand am 5.6.2011 in Zürich mit dem damals amtierenden StA Wilhelm Leber statt. (siehe hierzu Archiv „Ein gespaltene Kirche kann nicht überzeugen“).
 
In einem späteren persönlichen Schriftwechsel schrieb StA Leber „… Ich habe dieses Gespräch noch in angenehmer Erinnerung; es war getragen von gegenseitigem Respekt und dem Wunsch, den anderen zu verstehen. Natürlich war das nur ein Anfang, dem weitere Schritte folgen müssen. Ich denke, dass BezAp Koberstein Ihnen weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung stehen wird…“.
 
 Im Schreiben des damals verantwortlichen  StA Jean-Luc Schneider vom 13.2.2013 schreibt dieser der AGdS u.a.
 
 „…. Selbstverständlich ist die Neuapostolische Kirche dialogbereit, vor allem im interkonfessionellen Dialog. Ein interreligiöser Dialog findet momentan meines Wissens kaum statt.
  
Unsere Dialogbereitschaft erkennen Sie daran, dass wir viele und intensive Gespräche mit dem ACK führen und auch für den Dialog mit anderen christlichen Kirchen offen sind. Das alles hat natürlich seine Grenzen. Wir sind eine kleine Kirche mit überschaubarem Potenzial an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir bemühen uns vor allem, unser Kerngeschäft der persönlichen Seelsorge und des Angebots gehaltvoller Gottesdienste zu vertiefen…… Für mich steht ein Dialog vor allem unter der Fragestellung: Welches Ziel soll erreicht werden und auf welchen Grundlagen findet ein solcher Dialog statt ? Insofern macht es für mich heute wenig Sinn, ein weiteres apostolisches Konzil einzuberufen, da die Inhalte einiger apostolischer Richtungen sehr stark divergieren. Über Jahre hinweg hat eine Arbeitsgruppe neuapostolischer Christen mit fundiertem theologischem Hintergrund daran gearbeitet, einen Katechismus zu erstellen, der die Glaubensinhalte der Neuapostolischen Kirche zum Ausdruck bringt. Mir ist nicht bekannt, ob es in Ihrer Kirche ein ähnliches Werk gibt. Insofern gestatte ich mir die Frage, ob Sie mit den wesentlichen Aussagen unseres Katechismus und vor allem mit den Glaubensartikeln übereistimmen. Nur wenn wir gemeinsam auf wesentlichen Grundlagen des Evangeliums stehen, kann ein Dialog Sinn machen…“
 
Diese Auffassung hat nun gar nichts mehr mit dem gemeinsam, was die Konzilsteilnehmer  am 2. September 2000 in Zürich  noch als verbindlich vereinbart haben.
  
Der bei dem Konzil am 16. 5. 2001 in Zürich einvernehmlich gefasste Beschluss für den  19.9.2002 eine weitere Zusammenkunft in Frankfurt durchzuführen, mit dem Inhalt: „Gegenstand der Gespräche sollen die Gemeinsamkeiten/Unterschiedlichkeit in den Verständnissen zur Sakramentenlehre und zur Bedeutung des Apostelamtes sein. Die elementaren, allgemein-christlichen Grundsätze sollen nicht weiter erörtert, sondern als Gesprächsbasis vorausgesetzt werden“, scheiterte  wieder einmal an den Verantwortlichen der VAG, wie bereits 1981.
  
Damit war das Kapitel endgültig abgeschlossen. Offensichtlich waren die für den 15./16.5.2001 beschlossenen Themen wie: Trinität Gottes, Jesus Christus als der Sohn Gottes, die Heilige Schrift als die Grundlage der Lehre und das Apostolikum zu prekär geworden.
  
Somit blieb es für die AGdS in Zusammenarbeit mit der NAK auf der Ebene bilateraler Gespräche.
  
Mit Schreiben vom 24.4.2003 teilte der Gesprächspartner der NAK, BezAp Hagen Wend den Fortgang der Gespräche mit. Ein herausragendes Ergebnis war die gewachsene Überzeugung auf beiden Seiten, eine Möglichkeit zu schaffen, dass die Mitglieder der beiden Gemeinschaften Berührungspunkte erfahren können. Seit Februar 2006 wurde vereinbart, dass die Mitglieder der AGdS zweimal im Monat Gottesdienst der NAK besuchen. Im Gegenzug wurde von BezAp Hagen Wend ein Gastgottesdienst bei der AGdS zu halten, angeboten. Wobei er den Predigtteil übernehmen wird.
  
Hierzu kam es leider nicht mehr. Dennoch wurden die bilateralen Gespräche mit seinem Nachfolger BezAp Koberstein fortgesetzt. Auch wurden wieder Kontakte mit der VAG im Saarland aufgegriffen. Nach erkennbarer religiöser „Kleingeisterei“ seitens der Vertreter der VAG blieb der Fortgang ergebnislos.
  
Die AGdS konzentrierte sich wieder auf die bilateralen Gespräche mit der NAK. Die NAK Hessen/Rheinland-Pflalz/Saarland berichtet auf ihrer Homepage z.B. von einem Treffen mit BezAp Bernd Koberstein und Apostel Friedhelm Gräßer und ihren jeweiligen Begleitern am 18.11.2011. Unter dem 6.12.2011 erfolgte durch Bernd Koberstein eine entsprechende Verlautbarung:
  
(06.12.2011 Völklingen.)
 
Der Präsident der Gebietskirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, BezApostel Bernd Koberstein, hatte Mitglieder der Apostolischen Gemeinde des Saarlandes (AGdS) am 18.11.2011 zu einem Treffen in Völklingen eingeladen. Neben Apostel Clément Haeck, Bischof Friedbert Kreutz und dem Bezirksältesten Achim Eisel nahmen weitere Brüder und Schwestern aus dem Bezirk Saarbrücken daran teil.
 
Dieses Treffen bot dem Bezirksapostel die Möglichkeit, mit dem Leiter der AGdS, Friedhelm Gräßer, über die weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Die Mitglieder der AGdS nehmen seit einigen Jahren regelmäßig an Gottesdiensten in der Gemeinde Saarbrücken teil. Seit  Kurzem kommen zur Freude des Bezirksapostels auch einige Mitglieder der AGdS zu Gottesdiensten in die Gemeinde Völklingen.
 
Zusätzlich zu den bereits stattfindenden gemeinsamen Bibelkreisen wurde nun vereinbart, künftig gemeinsame Andachten durch zuführen. Bezirksapostel Koberstein wertete dies als weitere Möglichkeit einer verbindenden und Gemeinsamkeiten herausstellenden Zusammenarbeit mit der AGdS.
 
Über die für den Sonntag, 29.01.2012 vereinbarte und erstmals stattzufindende Andacht während des Gottesdienstes, berichtete die Plattform Glaubenskultur am 27.1.2012. Glaubenskultur zitierte aus einem Schreiben des StA Wilhelm Leber vom 17.1.2011 an die AGdS. …“ Das neuapostolische Kirchenoberhaupt verbindet damit den Wunsch, „auf diesem Weg zu einem vorbildlichen Miteinander auf apostolischer Grundlage zu kommen.“.
 
Es kam leider, warum auch immer, zur kurzfristigen Absage auf Seiten der NAK auf lokaler Ebene. Angeblich wären die Mitglieder der NAK  über diese Vereinbarung nicht oder nun unzureichend informiert worden. Dieses vorausgeschickt war dies mit den Verantwortlichen der NAK auf Ortsebene schon in fast zweijährigem Bemühen in Arbeitskreisen zwischen NAK und AGdS vereinbart worden und schlussendlich auch von BezAp Koberstein in Form eines mehrseitigen  „Positionspapiers“ vom 28.11.2012 am 19.2.2013, bis auf die Verortung der Andachten, grundsätzlich zugestimmt worden. Stimmen aus den Mitgliedern der NAK ließen die Unkenntnis über Sinn und Zweck und Inhalt der Andachten vermuten. Damit war auch dieses Kapitel abgeschlossen.
 
Man darf vielleicht den Gedanken äußern, geht es der Neuapostolischen Kirche wirklich um Öffnung und letztlich um Ökumene oder ist es nur ein Mittel zur Behebung eines eigenen Imageproblems – heraus aus der Sektenecke -  ein offizielles Mitglied im ACK zu werden, wie es in gewissen Kreisen heißt.
 
Nur am Rande sei auf den öffentlichen Versöhnungsakt mit der Vereinigung der Apostolischen Gemeinschaften (VAG) erinnert. Die NAK berichtet in ihrer Ausgabe UNSERE FAMILIE Nr. 3 / 5. Februar 2015 ausführlich. Auf der kircheneigenen Homepage wird eine offizielle Verlautbarung mit dem Titel: “Stammapostel Jean-Luc Schneider: „Gedanken der Versöhnung steht im Mittelpunkt“ veröffentlicht.
 
31.10.2014. Anlass war ein Interview. Dem Interviewer ging es darum die Hintergründe der Versöhnung nach einer fast 60 Jahre langen Trennung. Auf die Frage, was die nun vorliegende Erklärung (aaO) für die Zukunft bedeute und gibt es Gedanken, dass sich beide Kirchen zusammenschließen, wird seitens des StA klar ausgesagt: “…Die letzte Frage will ich mit Nein beantworten. Ziel der Gespräche war immer nur die Versöhnung zweier Glaubensgemeinschaften, die sich respektieren und wertschätzen. Ein Zusammenschluss beider Kirchen ist und wird nicht geplant….“ Allenfalls ein wertschätzendes und respektierendes Nebeneinander, aber kein gestaltendes Miteinander.
 
Damit ist auch dieses Kapitel abgeschlossen. Es wird nach dieser klaren Ansage wohl auch nicht an gemeinsame Andachten zu denken sein.
 
Oder doch ? So jedenfalls aus der gemeinsamen Orientierungshilfe der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) / Neuapostolische Kirche „Schritte aufeinander zu.“
 
Hoffen lassen vielleicht die letzten Worte des StA im Interview dennoch: „… Insgesamt gesehen soll ein ökumenisches Miteinander entstehen, in dem die Leitlinien von der „versöhnten Verschiedenheit“ eine führende Rolle spielt, Es ist christliches Selbstverständnis, das wir uns in der Kirche Christi akzeptieren und wertschätzen.“ Aber auch nicht mehr !
 
Doch die Vielfalt ist für das christliche Selbstverständnis entscheidend. Die Verabolutierung einer Ansicht oder einer Institution ist bereits Spaltung der Christenheit und gegen die biblische Botschaft, Die Einheit geht dadurch nicht verloren, wenn nur der andere anders sein darf und im Dialog verharrt. Nur Spaltung macht den Dialog unmöglich und in ihr wird die jesuanische Botschaft verraten. Die Kirchen bedürfen der Umkehr. Wer sich auf einen echten Dialog einlässt, ermöglicht die kritische Befragung der bestehenden kirchlichen Institutionen, Lehren und Werte. Sie alle sind nicht absolut, sondern hilfreich, wenn sie auf die Menschen bezogen werden. Dabei sollten wir uns die Lehre Jesu als Basis nehmen, wobei jede Kirche zur Toleranz verpflichtet. Ökumene ist nun einmal keine Einbahnstraße. Die Türen des Hauses sind offen. Der drinnen ist muss heraus kommen und der draußen ist muss herein kommen. So lehrt es uns das Gleichnis vom verlorenen Sohn.
  
Wir jedenfalls halten bei all unseren Bemühungen und Überzeugungsarbeit  an dem Wort Jesu fest: „Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle ein seien. Wie du, Vater,  in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ (Joh. 17, 20-21). Daran führt keine noch so kluge Kirchenlehre vorbei. Daran müssen sich alle christlichen Kirchen messen lassen.
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