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Aktuell

Am 18.11.2011 fand eine weitere Gesprächsrunde zwischen der NAK-Gebietskirche Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland, vertreten durch den BezAp Bernd Koberstein und dem Vertreter der AGdS, Apostel Friedhelm Gräßer, statt. Die weiteren Teilnehmer (siehe Verlautbarung auf www.nak-mitte.de.) Dabei wurden weitere Möglichkeiten eines partnerschaftlichen Zusammenarbeitens erörtert. Insonderheit das Instrument „Gemeinsame Andachten“.

Diesseits konnte an das Vorgespräch am 5. Juli 2011 mit dem StAp Wilhelm Leber in Zürich angeknüpft werden. Die Verantwortlichen der Gebietskirche waren grundsätzlich damit einverstanden. Sie sahen durchaus auch eine spätere Ausweitung auf das gesamte Saarland  als umsetzbar. Vorerst aber wollten wir uns auf die Ortskirche der NAK Saarbrücken  beschränken.

Wir kamen auch dahingehend überein, dass wir im Nachgang zum sonntäglichen liturgischen-sakrametalen Gottesdienst eine halbstündige Andacht halten. Form und Inhalt sollten den Verantwortlichen vor Ort  überlassen sein. Als erster Termin wurde der Sonntag, den 29. Januar 2012 in der NAK-Ortsgemeinde Saarbrücken genannt. Dabei wurde anfangs sicherlich übersehen, dass dieses Vorhaben nicht so ohne weiteres Zustimmung finden wird – insbesondere in den Reihen der Gemeindemitglieder der Neuapostolischen Kirche. Schließlich wird es sich um ein Novum handeln. Ökumene mit Worten ist etwas anderes als in der Tat.

Da aber beide Parteien ein konstruktives Miteinander leben, kamen wir kurzfristig überein, den Termin auf März 2012 zu verschieben. Zwischenzeitlich soll noch eine gewisse Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Schließlich ist man bestrebet so gut wie alle Mitglieder mitzunehmen.

Die Apostolische Gemeinde des Saarlandes jedenfalls hat eine schriftliche Erläuterung aus ihrer Sicht gegeben, die nachfolgend veröffentlicht ist, und der sich auch die Neuapostolische Kirche durchaus anschließen kann. Es wird nicht auszuschließen sein, wenn die Erläuterung von beiden Parteien getragen werden soll, es noch zu gewissen redaktionellen  Anpassungen kommen kann.

Wir laden heute schon andere interessierte christliche Kirchen und Gemeinschaften im hiesigen Bereich dazu ein.

Erläuterung

zu der vereinbarten  gemeinsamen Andacht

mit der Neuapostolischen Kirche und der Apostolischen Gemeinde des Saarlandes

 

Gemäß der gemeinsamen  Verlautbarung des Präsidenten der Gebietskirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, BezAp Bernd Koberstein vom Dezember 2011 wertet dieser die Durchführung der künftigen Andachten als weitere Möglichkeit einer verbindenden und Gemeinsamkeiten herausstellenden Zusammenarbeit mit der Apostolischen Gemeinde des Saarlandes. Der Stammapostel Wilhelm Leber sieht darin in seiner diesbezüglichen Einlassung vom 17.1.2012 ein partnerschaftliches, gleichberechtigtes Zusammenwirken, verbunden mit der freudigen Erwartung, dass es in diesem Sinn weitere Fortschritte geben könnte und wir so zu einem vorbildlichen  Miteinander auf apostolischer Grundlage kämen. 

 

Vordergründig soll es erst einmal das Ziel sein die Bergpredigt, die Gleichnisse und die verbindenden Lehraussagen Jesu im Rahmen von Musik, Gesang und Gebet zu thematisieren. Es handelt sich nicht um einen zusätzlichen liturgischen Gottesdienst, sondern um ein Zusatzangebot, die Aussagen Jesus für die Bedürfnisse der Menschen nützlich zu machen.

Die verkündigten Worte gehen oft an den  Bedürfnissen der Menschen vorbei. Die Bilder, Begriffe, Denkweisen der Zeit des Entstehens unserer Bibel und die daraus resultierenden Lehren des Christentums sind uns nicht mehr in derselben unmittelbaren Weise zugänglich wie den Menschen damals. Es ist dabei nicht wichtig, was die kritische Forschung ergeben hat, sondern welchen Anspruch die Verkündigung Jesus an den gläubigen Menschen, seine diesseitige Existenz, hat.  Diesbezüglich geht es weniger um die Dogmen, sondern vielmehr um die Kernbotschaft Jesu, dass Gott den Menschen in Liebe begegnet.

Wenn es uns nicht gelingt, die Voraussetzungen des Glaubens „heutig“ zu machen, werden sich die mündig denkenden Menschen von den hilfreichen Inhalten des Glaubens insgesamt abwenden, weil sie sie nicht mehr in ihrem alltäglichen Leben und dessen Erfahrungen in Übereinstimmung bringen können. Es geht um ein Verstehen der Kernbotschaft angesichts radikal veränderter Sicht- und Verständnisweisen des modernen Menschen, die uns oft gar nicht bewusst sind und deshalb zu einer gespaltenen Einstellung führen: Im Bereich des Religiösen und des Glaubens nimmt man die völlig andere Welt des mythologischen Denkens wahr, im alltäglichen Leben denkt und fühlt man wiederum völlig anders.

Religionen haben gegenüber Philosophien den großen Vorteil, dass sie auch Feiergemeinschaften sind. Sie können den Glauben verkünden, Lebenshilfen bieten und beides feiernd und erinnernd vergegenwärtigen. Die Christliche Religion muss sich zur Lebensdienlichkeit gerade in einer immer unübersichtlicher werden Zeit bewusst werden.

Eine Geschichte macht es deutlich:

In einer brasilianischen Gemeinde von Fischern stellte jemand die Frage: „Warum sind Fischer wie Simon und Andreas, Jakobus und Johannes die Ersten, die Jesus auf seinen Weg mit nimmt? Warum sucht Jesus Fischer Petrus aus wie, um  ihm die Leitung der Kirche anzuvertrauen ?“ Die Antwort: „Wer sich zu Land bewegt, baut eine Straße und asphaltiert sie. Dann wird er immer wieder diesen Weg benutzen. Ein Fischer aber sucht die Fische dort, wo sie sind. Deshalb sucht er jeden Tag einen neuen Weg. Ihm kommt es darauf an, die Fische ausfindig zu machen. – Es kann ja sein, dass der Weg von gestern nicht zu den Fischen von heute führt.“ Die Weisheit der Fischer: Gespür für Dynamik, für die Veränderlichkeit des Lebens; die Skepsis gegenüber festgelegten Routen und ausgetretenen Pfaden; das Fingerspitzengefühl für neue Möglichkeiten und Wege. Nicht asphaltieren – riskieren !