Das gebrochene Herz Teil 2 - Apostolische Gemeinde des Saarlandes e.V.

Apostolische Gemeinde des Saarlandes e.V.
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Das gebrochene Herz Teil 2

Glaube u. Leben
Das gebrochene Herz
Teil II
Doch plötzlich lief ihm ein warmer Schauer über den Rücken und es fühlte sich unendlich geborgen und angenommen.
So fragte es in den Nebel:"Bist du der Engel der Liebe, der mir hier begegnen soll ? Dann berühre mich noch einmal und zeige mir deiner Kraft".

Das Gefühl, das sich nun einstellte, war für das Herz überwältigend.. "Ja, du kannst nur der Engel der Liebe sein", weinte es vor Freude.

Geborgen, gehalten und getröstet nahm es bald darauf den ankommenden warmen Wind wahr, der von einer unaussprechlich schönen, leisen Musik begleitet wurde.

Das Herz fragte den Wind: Bist du der Wind der Wahrheit, auf den ich warten soll ?" Der Wind wirbelte liebevoll um das Herz herum und streifte es sanft. "Danke, sagte es und bemerkte, wie der Wind der Wahrheit den Nebel langsam auflöste.

Als dann auch noch die ersten Wolken weggeschoben waren, sah das gebrochene Herz wundervoll Szenen seiner Kindheit vo seinen Augen. Zu dieser Zeit war die Welt - und das Herz - noch in Ordnung gewesen.

"Kannst du mir zeigen, wann die ersten Risse in mein Herz gekommen sind ?", fragte es.

Da ließ der Wind nach und durch das leise Rauschen schien ein flüstende Stimme zu sagen:
"Nicht so ungeduldig, mein Kind! Wir gehen ganz langsam deinen Leidensweg entlang. Egal, was du sehen wirst, der Engel der Liebe war und ist immer bei dir. Denke daran ! Du kannst ihn von hier oben übrigens auch immer an deiner Seite sehen."

Nach einer langen Stille setze das Wehen des Windes wieder ein und unter einer Wolke des Schweigens tauchte plötzlich eine schreckliche Situation auf.

Das Herz  erschrak und konnte sehen, wie es vor vielen Jahren in einem Sandkasten spielte, als es plötzlich laut angebrüllt, mit einem Stock geschlagen und danach für eine unendliche Stunde in einen dunklen Raum gesperrt wurde.

Zutiefst erschüttert und wie gelähmt vor Schmerz hatte das Herz damals geschworen, sich nie mehr zu öffnen. Und mit den Worten: "Das werde ich euch nie verzeihen !", hatte es wütend seinen goldenen Schlüssel wergeworfen.

Das gebrochene Herz hatte diese Szene seiner Kindheit regungslos beobachtet. Doch nun überkam es eine tiefe Trauer und musste bitterlich weinen.

"Danke dass du mich nicht fortgeschickst oder vor mir fliehst!", sagte die Trauer, "wir beide werden gute Freunde werden und ich gehe mit dir durch den See deiner ungeweinten Tränen. Du machst es genau richtig. Weine, und wenn du möchtest, schrei den Schmerz heraus, den du früher unterdrückt hast..."

"Fällt dir wieder ein, was du damals gedacht hast ?", fragte der Wind. "Ja", antwortete das Herz, "ich dachte : Ich kann niemand mehr vertrauen ! Und ich war fest davon überzeugt: Ich werde nicht geliebt ! Schließlich waren es meine Eltern, die mich so tief verletzten, statt in Ruhe mit mir über mein damaliges Fehlverhalten zu reden. Ihr Strafe war viel zu hart !"

"Ja, das stimmt !", sagte der Engel der Liebe. "Doch deine Eltern hatten es auch nicht anderes erlebt. Und weil sie ihren Schmerz nie zugelassen und überwunden haben, gaben sie ihre schlimmen Verletzungen schließlich an dich weiter. Es war kein böser Wille, sie konnten nicht anders. Sie haben ihr Bestes gegeben. Sie haben dich dennoch sehr geliebt. !"

Das gebrochene Herz stöhnte vor Schmerz und weinte eine Träne nach der anderen.

Die Trauer bemerkte: "Du weinst über dein Vertrauen und die Liebe zu dir und deinen Mitmenschen, die du damals verloren hast, nicht wahr ? Und bestimmt auch über deinen verlorenen Schlüssel." "Ja, genau !", schluchzte das Herz und schlief bald darauf vor lauter Erschöffung in den Armen des Engels der Liebe ein..

Teil III im Monat Mai
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