Das gebrochene Herz Teil I - Apostolische Gemeinde des Saarlandes e.V.

Apostolische Gemeinde des Saarlandes e.V.
Title
Direkt zum Seiteninhalt

Das gebrochene Herz Teil I

Glaube u. Leben
Das gebrochene Herz
Teil I

Vor gar nicht langer Zeit lebte in einem kleinen Dorf in mitten von erhabenen Bergen und weiten grünen Tälern ein einsames gebrochenes Herz.
Es teilte sein zurückgezogenes Leben mit einigen Zeitgenossen, die es ebenfalls als gute Bekannte bezeichnen konnte.
Scheinbar kam das einsame Herz ganz gut mit seinem Leben zurecht. Im Laufe der Jahre hatte es sich daran gewöhnt, gebrochen und verschlossen zu sein.
Doch ab und zu spürte es den Schmerz an seinen Bruchstellen. Bei genauem Hinsehen musste es feststellen, dass sogar kleine Teile fehlten.
Irgendwann war ihm schmerzlich aufgefallen, dass es früher immer einen goldenen Schlüssel bei sich hatte, mit dem es seine Herzenstür einfach aufschliessen konnte. Ja, es hielt sich im tiefsten Innern sogar für unheilbar.
Manchmal stellte es sich jedoch die Frage, wann seine Zerissenheit angefangen hatte. Vielleicht verbarg sich das Rätsel der Lösung in folgenden Teilen, die das Herz vor langer Zeit abgespalten und verloren hatte.
Und wo war eigentlich der Schlüssel geblieben ?

Eines Tages begegnete dem gebrochenen Herz während der Arbeit in den Weinbergen in wunderbares, zwar vernarbtes, aber vollständiges Herz, das sogar irgendwie zu leuchten schien.
Dieses Herz sah das Elend des einsamen Herzens, nahm es an der Hand und führte es auf einen hohen Berg. Von dort aus könne man in die Vergangenheit schauen und seine Lebensgeschichte nach und nach verstehen, erklärte es.
Dort oben angekommen war nur eine weiße Wolkendecke zu sehen und dichter Nebel überzog das Land. Kurz nach der Ankunft schien sich das weise Herz gleich wieder verabschieden zu wollen.
Das gebrochene Herz hatte große Angst und fürchtete sich vor der Einsamkeit. "Möchtest du mich jetzt etwar allein lassen ?" , fragte das gebrochene Herz und staunte über die verblüffende Antwort:
"Ja,denn was nun geschehen wird, das kann nur jedes Herz für sich allein erleben. Aber keine Angst, es werden himmlische Helfer zu dir kommen;
Warte auf den Engel der Liebe, ohne den du dein Leben nicht anschauen könntest.
Freue dich am frischen Wind der Wahrheit, der den Nebel nach und nach auflösen und die Wolken vertreiben wird.
Bitte gestatte dem Engel der Trauer, dich in den Arm zu nehmen und mit dir zu weinen. Halte seine Nähe aus und weiche nicht von seiner Seite.
Anfangs wirst du dich eingeengt fühlen, wie in einem dunkelen Tunnel, der nie zu enden scheint. Doch habe Geduld. Wenn du schließlich ein helles Licht am Ende des Tunnels siehst, dann steh auf und ergreife die Hand deines Erlösers. Er wartet schon sehr lange auf dich.
Doch nun werde ich gehen. Sei getrost, sei behütet, sei gesegnet !"
Dann verschwand das weise Herz im dichten Nebel. Und da saß es nun, das gebrochene Herz, einsam und allein.
Teil II im Monat April
Zurück zum Seiteninhalt